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Schutz vor Kohlenmonoxid

Oft unterschätzt: Kohlenmonoxid, die unsichtbare Gefahr. Jetzt mit CO-Melder schützen.

Kohlenmonoxid ist ein hochgiftiges Gas. Die chemische Verbindung CO entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Materialien unter unzureichender Zufuhr frischer Luft verbrannt werden. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sich auch in ihrem häuslichen Umfeld unter gewissen Umständen Kohlenmonoxid bilden kann. Atmen Menschen dieses Gas ein, besteht akute Lebensgefahr. Allein in Deutschland sterben jährlich mehrere Hundert Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Die Mehrzahl dieser tragischen Unglücksfälle ließe sich vermeiden, wenn an kritischen Orten wie zum Beispiel in Wohnungen, Kellern, Gartenhäusern oder auf Booten Kohlenmonoxid-Melder installiert würden. Solche Melder kosten wenig Geld und lassen sich mit minimalem Aufwand installieren. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen, wie Sie sich selbst und andere vor der bisher stark unterschätzen Gefahr schützen können.

Für die Installation von Kohlenmonoxid-Meldern ist jeder selbst verantwortlich

In vielen Bundesländern schreibt der Gesetzgeber vor, dass Wohnungen und viele andere Räumlichkeiten mit lebensrettenden Brandmeldern ausgestattet werden müssen. Für die Installation von Kohlenmonoxid-Meldern gibt es eine solche gesetzliche Verpflichtung bisher nicht. Um sich vor dieser tödlichen Gefahr zuverlässig zu schützen, müssen Sie selbst aktiv werden. Leider ist der Irrtum, dass Brandmelder auch auf Kohlenmonoxid reagieren und die Menschen rechtzeitig warnen, noch immer weit verbreitet. Ein Brandmelder reagiert nicht auf Kohlenmonoxid. Wollen Sie sich vor beiden Risiken zuverlässig schützen, müssen Sie in eigener Verantwortung überall, wo die Gefahr der Bildung von Kohlenmonoxid besteht, CO-Melder installieren.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Dass die Gefährlichkeit des Kohlenmonoxids häufig unterschätzt wird, hängt mit den Eigenschaften des Kohlenmonoxids zusammen. Die menschlichen Sinnesorgane sind nicht in der Lage, Kohlenmonoxid wahrzunehmen, weil es farb-, geruch- und geschmacklos ist. Nimmt der Mensch - ohne es zu bemerken - mit der Atemluft Kohlenmonoxid auf, gelangt es in den Blutkreislauf. Dort verbindet es sich mit dem Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Deren Aufgabe besteht aber darin, den lebensnotwendigen Sauerstoff in alle Zellen des Körpers zu transportieren. Das Einatmen von Kohlenmonoxid führt also zu einer Sauerstoffknappheit und es besteht die Gefahr zu ersticken.

Ist die Konzentration des Kohlenmonoxids in der eingeatmeten Luft hoch, genügen wenige Atemzüge und der Mensch stirbt. Selbst geringe Konzentrationen sind äußerst gefährlich, weil das Einatmen von Kohlenmonoxid das Bewusstsein trübt. Die Betroffenen sind nicht mehr urteilsfähig und können sich selbst nicht mehr aus ihrer lebensbedrohlichen Situation befreien. Das ist der Grund, warum Kohlenmonoxid gelegentlich als der 'schleichende Tod' bezeichnet wird.

Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

Atmen Menschen sechs bis acht Stunden lang Luft mit einer sehr geringen CO-Konzentration von 35 ppm (ppm: Abkürzung für parts per million, übersetzt: Anteile pro Million) ein, bekommen sie Kopfschmerzen und es wird ihnen schwindelig. Liegt die Konzentration bei 200 ppm, muss bereits mit einer Eintrübung des Bewusstseins gerechnet werden. Atmet jemand Luft mit einem CO-Anteil von circa 800 ppm ein, reagiert er in der Regel nach weniger als einer Stunde mit Krämpfen und Übelkeit. Nach zwei Stunden verliert er das Bewusstsein. Übersteigt die CO-Konzentration die Grenze von einem Prozent, sind bereits zwei bis drei Atemenzüge kritisch. Der Betroffene wird sofort bewusstlos und erstickt.

Eine Gefahr, der nahezu jeder ausgesetzt ist

Wie wichtig Kohlenmonoxid-Melder sind, ist vielen Menschen nicht bewusst. Das ist gefährlich, denn die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung lauert in vielen Wohnhäusern und auch bei einigen Freizeitaktivitäten. Einige typische Gefahrenstellen haben wir für Sie zusammengestellt.

Orte, an denen Sie mit der Bildung von Kohlenmonoxid rechnen müssen:

  • Funktioniert der Abzug einer Heizungsanlage oder eines Kamins nicht einwandfrei, weil der Schornstein beispielsweise durch ein Vogelnest verstopft ist, kann Kohlenmonoxid in Keller oder Wohnräume gelangen.
  • Mangelhafte Wartung von Heizungen oder Gasthermen kann ebenfalls die Bildung von Kohlenmonoxid verursachen.
  • Beim Betreiben von Verbrennungsmotoren oder gasbetriebenen Heizstrahlern in geschlossenen Räumen reichert sich Kohlenmonoxid in der Luft an.
  • Kellerräume, in denen Heizpellets gelagert werden, sind gefährlich.

Viele dieser Quellen lassen sich durch umsichtiges Handeln ausschalten. Es sollte für verantwortungsbewusste Menschen selbstverständlich sein, Grills auf keinen Fall in geschlossenen Räumen einzusetzen. Droht die Grillparty ins Wasser zu fallen, kann der Grill beispielsweise unter einem großen Schirm oder unter dem Carportdach im Freien aufgestellt werden. Etwas anders sieht es beispielsweise in Lagerräumen von Pellets für moderne Pelletheizungen aus. Bei der Herstellung der Pellets entsteht Kohlenmonoxid, dass auch noch Monate später freigesetzt werden kann. Das führt dazu, dass die CO-Konzentration im Lagerraum kritische Werte erreichen kann. In diesen Lagerräumen müssen Sie unbedingt einen CO-Melder installieren.

Arten von Kohlenmonoxid-Meldern

Bei den einfachsten und preiswertesten Kohlenmonoxid-Meldern werden optochemische Sensoren verwendet. Diese werten die Farbveränderung aus, die auftritt, wenn eine Chemikalie mit Kohlenmonoxid reagiert. Etwas genauere Reaktionen sind möglich, wenn die Melder mit elektrochemischen Sensoren oder Sensoren auf Basis von Halbleitern zum Nachweis des Kohlenmonoxids arbeiten. Bei den meisten Geräten wird der CO-Gehalt regelmäßig im Abstand von wenigen Sekunden gemessen. Übersteigt die Konzentration mehr als drei Minuten lang den Wert von 300 ppm, gibt der Melder ein akustisches Warnsignal. Bei niedrigeren Konzentrationen warnen viele Melder nach 120 Minuten, wenn die Konzentration nicht niedriger wird. Hinsichtlich der Alarmstufe gibt es zwischen den im Handel erhältlichen Modellen Unterschiede, die Sie beim Kauf beachten sollten.

Im Handel werden verschiedene Typen von Kohlenmonoxid-Meldern angeboten. Einige warnen ausschließlich vor dem Vorhandensein von Kohlenmonoxid. Falls Sie noch keinen Brandmelder installiert haben, sind Kombimelder empfehlenswert. Diese warnen im Falle eines Brandes und bei erhöhter Kohlenmonoxid-Konzentration in der Luft. Die modernsten Geräte lassen sich mit anderen Geräten und Warnanlagen eines Smart Homes vernetzen und bieten dem Besitzer noch mehr Sicherheit.

Augen auf beim Kauf von CO-Meldern!

Haben Sie sich für die Anschaffung eines CO-Melders entschieden, können Sie unter einer Vielzahl von Modellen wählen. Leider hält nicht jedes Gerät, was der Hersteller in seiner Werbung verspricht. Im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie ausschließlich Geräte in die engere Wahl ziehen, die der DIN EN 50291 Teil 1 entspricht. Suchen Sie Melder für den mobilen Einsatz ( beispielsweise beim Camping oder im Boot) sollte das Gerät nach DIN EN 50291 Teil 2 geprüft sein und ein entsprechendes Zertifikat besitzen. Sichere Produkte erkennen Sie am BSI- oder LBCP-Prüfzeichen.