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Personenschützer/in - Ausbildung und Tätigkeit

Wie werde ich Personenschützer? Vom Traumberuf Bodyguard bis zur Realität. Welche Ausbildung brauche ich, welche Tätigkeiten sind gefragt.

Mit Waffe und cooler Sonnenbrille zum Nationalhelden - davon träumt so mancher und so manche, wenn sie in die Zukunft schweifen.

Ganz im Stil von 007 im schwarzen Anzug, mit Knopf im Ohr und Mikrofon am Revers actionreich die Welt retten.

Doch ganz so filmreif muss es als Personenschützer/in nicht zugehen. Dennoch ist dieser Beruf nichts für jene, die eine ruhige Kugel schieben möchten. Die Ausbildung fordert nicht nur körperlich, sondern auch das Köpfchen.

Denn trotz Action- Ausrüstung gilt immer noch: Kopf vor Kampf.

Der Weg zum Traumberuf ist nicht einfach und auch nicht bequem. Denn wer Personen schützt, muss dafür vielschichtig geeignet sein.
Analytisches und vorausschauendes Denken, Menschenkenntnis und einen ausgeprägten Gefahreninstinkt sind nur ein paar der Anforderungen an Personenschützer/innen.

Das Wichtigste in Kürze

1. Berufsbezeichnung:

  • Personenschützer/in
  • Bodyguard
  • Leibwächter/in

2. Ausbildung

  • Grundausbildung: Polizei, Bundeswehr, Sicherheitsgewerbe
  • Weiterbildung zum/zur Personenschützer/in
  • Bildungseinrichtungen: Staatliche Behörden, Sicherheitsakademien, private Bildungseinrichtungen

Inhalte der Ausbildung:keine staatlich vorgegebenen Ausbildungsinhalte, Qualität der Ausbildung variiert, das sollte drin sein:

  • Personenschutzgrundausbildung
  • Waffensachkunde
  • Fahrsicherheitstraining
  • Selbstverteidigung
  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • Psychologie
  • Gesetz und Recht
  • Abschluss: IHK- Zertifikate
  • Dauer: 3 bis 6 Monate

3. Anforderungen:

Gesetzliche Voraussetzungen: Volljährigkeit, Polizeiliches Führungszeugnis ohne relevante Eintragungen, Ärztlich bescheinigte Tauglichkeit

Persönliche Voraussetzungen: wachsames Wesen, schnelles Reaktionsvermögen, psychische und physische Belastbarkeit, soziale Kompetenzen, Strukturiertheit und Organisationstalent

4. Einsatzmöglichkeiten:

Staatlicher Dienst: Schutz von Personen der Regierung, Kronzeugen oder ähnliches
Privater Dienst: Schutz von Personen ohne offizielle Gefährdungsstufe

5. Verdienst und Karrierechancen:

Mittleres Entgelt in Deutschland: 2380€, Nord- und Ostdeutschland tendenziell weniger Verdienst: 1900€ - 2400€, Süd- und Westdeutschland tendenziell höherer Verdienst: 2300€ - 4000€
Die Höhe des Verdienstes hängt hauptsächlich von Erfahrung, Tarif und Einsatzart ab.

Karrierechancen sind abhängig von Erfahrung, Einsatzarten und Weiterbildungen. Möglichkeiten sind ein Meisterbrief in Schutz und Sicherheit oder ein Studium Sicherheitsmanagement.
Innerbetriebliche Karrieremöglichkeiten sind maßgeblich von Kontakten, Kompetenzen und Empfehlungen abhängig.

Berufsbezeichnung

Der Begriff "Personenschützer/in" ist die offizielle Bezeichnung des Berufes zum Schutz von Personen. Umgangssprachlich wird er auch mit "Leibwächter/in" oder "Bodyguard" betitelt, wobei "Bodyguard" ursprünglich ausschließlich im Showbusiness verwendet wurde und die direkte anglizistische Übersetzung für "Leibwächter/in" ist.

Ausbildung

Gesetzlich ist kein bestimmter Beruf als Voraussetzung für die Tätigkeit als Personenschützer/in festgelegt.

Wer jedoch im staatlichen Dienst als Personenschützer/in arbeiten möchte, braucht eine Ausbildung bei der Polizei oder der Bundeswehr.

Grund hierfür sind die Zuständigkeiten der Sicherheit von Personen des öffentlichen Interesses. In der Regel sind die Bundeswehr, das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt zuständig.

Im privatwirtschaftlichen Dienst ist eine Ausbildung im Sicherheitsgewerbe meist vorteilhaft. Die eigentliche Weiterbildung zum/zur Personenschützer/in nimmt ihre Wege über Sicherheitsakademien oder private Bildungseinrichtungen.Die Kosten für die Weiterbildung betragen zwischen 6000€ udn 8000€. Gegebenenfalls werden sie von Trägern wie der Agentur für Arbeit oder vom Arbeitgeber übernommen.

Die Dauer der Ausbildung hängt vom Inhaltsumfang ab. Es gibt Ausbildungen, die nur 3 oder 3,5 Monate dauern. Doch in ihr werden nur die Basics vermittelt. Einen weiteren Zeitaufwand ergeben dann zusätzlich erforderliche Weiterbildungen, um als Personenschützer/in tätig zu sein.

Eine gute Ausbildungsdauer bei seriösen Akademien liegt bei 6 Monaten.

In ihr sind folgende Inhalte inbegriffen:

  • Personenschutzgrundausbildung
  • Waffensachkunde
  • Fahrsicherheitstraining
  • Selbstverteidigung
  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen
  • Psychologie
  • Gesetz und Recht

Außerdem sollten folgende Zertifikate vergeben werden und deren Prüfungen Teil der Weiterbildung sein:

  • Geprüfte Fachkraft für Personenschutz und Sicherheit
  • IHK Sachkunde Prüfung gemäß § 34a GewO
  • Waffensachkunde gemäß §7 WaffG (Kurz- und Langwaffen)
  • Ersthelfer (ggf. noch Brandschutzhelfer)

Anforderungen

Die eine Seite der Anforderungen ist die gesetzliche Bestimmung.

Um den Beruf des/ der Personenschützer/in ausführen zu können, muss das Mindestalter von 18 Jahren, also die gesetzliche Volljährigkeit, erreicht sein. Weiter darf das polizeiliche Führungszeugnis keine relevanten Einträge haben. Hierzu zählen beispielsweise Mord, Körperverletzung oder ähnliches.

Zusätzlich muss eine ärztliche Bescheinigung über körperliche und medizinische Tauglichkeit vorgelegt werden.

Höher noch, als die gesetzlichen Anforderungen, sind die persönlichen Voraussetzungen. Denn mit einem glatzköpfigen Muskelprotz mit Stahlfaust hat der Beruf nichts mehr zu tun.
Es zählen viel mehr Analysefähigkeit, Stressresistenz, ein wachsames Wesen, schnelles Reaktionsvermögen, Belastbarkeit in jeder Hinsicht, soziale Kompetenz, Strukturiertheit, Organisationstalent und die Fähigkeiten, Konfliktsituationen zu schlichten.

Heutzutage gilt mehr als früher noch: Kopf vor Kampf. Deeskalationstraining und Konfliktmanagement sollten daher zu den regelmäßigen Schulungsinhalten eines/ einer Personenschützer/in gehören.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten für Personenschützer/innen sind sehr vielfältig. Grundsätzlich lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen: der staatliche Dienst und der private (privatwirtschaftliche) Dienst.

Im staatlichen Dienst stehen hauptsächlich Schutzpersonen aus der Politik im Mittelpunkt. Doch auch beispielsweise Kronzeugen oder Opfer organisierter Kriminalität können zu schützen sein. Die Kosten für den Schutz trägt dann der Bund oder die Länder.

Im privaten Einsatz sind die Schutzbefohlenen Stars, Manager oder Personen, die ein Schutzbedürfnis empfinden. Die Kosten sind vom Schutzsuchenden selbst zu tragen.

Ob eine Person staatlich oder privat geschützt wird, hängt von der sogenannten Gefährdungsstufe ab. Mit ihr wird eingeordnet, welcher Gefährdung die zu schützende Person ausgesetzt ist.

Gefährdungsstufe I – Die Person ist erheblich gefährdet, mit einem Anschlag ist jederzeit zu rechnen.
Gefährdungsstufe II – Die Person ist gefährdet, ein Anschlag ist nicht auszuschließen.
Gefährdungsstufe III – Eine Gefährdung der Person ist nicht auszuschließen.

Jedoch ist es sehr selten, dass Privatpersonen staatlich geschützt werden.

Verdienst und Karrierechancen

Der bundesdurchschnittliche Verdienst im privaten Einsatz liegt in Deutschland bei 2380€, laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Es ist ein Gefälle von Nord nach Süd und Ost nach West vorhanden. Die Spanne des Verdienstes in Nord- und Ostdeutschland liegt bei 1900€ bis 2400€ monatlich. Hingegen in Süd- und Westdeutschland bei 2300€ bis 4000€.

Gelegentlich können auch Verdienste von bis zu 6000€ möglich sein.

Die Höhe der Vergütung hängt maßgeblich von Erfahrung, Vertragstarif und Einsatzart ab.

Karrierechancen sind abhängig von Erfahrung, Einsatzarten und Weiterbildungen. Möglichkeiten für eine Weiterbildung sind ein Meisterbrief in Schutz und Sicherheit oder ein Studium Sicherheitsmanagement.
Innerbetriebliche Karrieremöglichkeiten sind maßgeblich von Kontakten, Kompetenzen und Empfehlungen abhängig.

Seriöse Kontakte in der Branche sind in jedem Fall hilfreich. Denn der Markt ist voll und wird immer mehr von schwarzen Schafen manipuliert.
Wer vom privaten in den staatlichen Dienst wechseln will, kommt um Kontakte nicht herum.